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Apologetiken – Texte
 
A. Moral als Schlüssel zu Gott (Gregory Koukl)

Die meisten Menschen würden sagen, dass es moralische Absolutheiten gibt. Dadurch werden einige Weltanschauungen wie der Hinduismus, Atheismus und der Agnostizismus ausgeschlossen.

Ich habe bereits darüber gesprochen, dass die Relativisten wie Menschen sind, die beide Füsse in der Luft haben. Die Menschen, die glauben, dass die Moral nur etwas ist, das man selber macht. Nachdem wir unsere Analyse abgeschlossen hatten, denke ich, war es ziemlich klar, dass der Relativismus der Bankrott der moralischen Ansicht ist. Es ist eine Selbstanfechtung und Selbstbetrug und wird mit bodenständigen Gegenbeispielen behaftet. Es ist etwas, woran man sich nicht halten kann. Wenn der Relativismus also falsch ist, dann muss ein gewisser Absolutismus wahr sein. Das hat für mich dem Vers, dass wenn wir auf Christus stehen, auf einem festen Fels stehen, auf den man sich verlassen kann, eine neue Bedeutung verliehen. Wenn man alle anderen Ansichten genau untersucht, fallen alle Argumente der Herausforderer, in diesem Fall der moralischen Relativisten, in den Sand. Was bleibt ist die Wahrheit und die Wahrheit steht alleine. Das ist tröstend und ermutigend.

Nachdem ich über „Relativismus: Die Füsse mitten in der Luft“, gesprochen hatte, kam ein Mann zu mir, der einige Fragen über Gott hatte. Er sagte: „Ich suche wirklich nach Gott, aber Gott ist für mich nicht klar und ich bin frustriert, wieso Er sich mir nicht perfekt offenbart hat. Wenn Gott Liebe ist und mächtig ist, wieso zeigt Er sich nicht jemandem wie mir, der Ihn ernsthaft sucht?“

Das war eine angemessene Frage und ich kann verstehen, woher sie stammte und fragte ihn: „Denkst Du, dass dieses Argument gegen den Relativismus überzeugend war?“ Er sagte: „Nun, in gewisser Weise.“

Mein Argument war, dass man wirklich nur zwei Optionen hat, wenn es um die Moral geht. Es gibt eine Form von moralischem Relativismus, in welchem die moralischen Regeln im Individuum entstehen, das sie hält. In anderen Worten, die Moral ist relativ zu jeder individuellen Meinung. Oder, die Alternative – und ich möchte anfügen, dass es die einzige ist – der moralische Absolutismus ist wahr, der sagt, dass es eine moralische Regel gibt, die ausserhalb unserer Meinung steht, die uns richtet und existiert, ob wir mit ihr übereinstimmen oder nicht. Wenn es etwas Absolutes gibt, führt uns das in eine andere Richtung.

Wir können beginnen, indem wir einige erkennbare moralische absolute Regeln nennen, das heisst Wahrheiten, die existieren und für jeden anwendbar sind. Zum Beispiel die absolute Wahrheit, dass man nicht aus Spass kleine Kinder quälen darf. Das scheint eine sehr offensichtliche moralische Regel zu sein, bei der es nicht darauf ankommt, wer oder wo man ist, zu welcher Zeit, in welcher Kultur. Es ist hart, sich vorzustellen, dass so etwas jemals moralisch gerechtfertigt oder als weniger schlimm angesehen werden könnte. Man hat also zwei konkurrierende Ansichtspunkte: Relativismus oder Absolutismus. Und wenn man die Probleme mit dem Relativismus ansieht – es gibt viele und davon handelte der Grossteil des Gesprächs – scheint es klar, dass Relativismus als ein Gesichtspunkt einfach nicht wahr sein kann. Er wird von zu vielen ernsten Gegenargumenten widerlegt. In der Praxis ist er ist er selbsttrügerisch. Er funktioniert einfach nicht. Wenn der Relativismus wirklich wahr wäre, wenn jeder einfach sein e eigene Moral machte, wenn alles total individuell wäre, dann während wir alle irgendwelchen moralischen Angelegenheiten ausgeliefert, weil wir die Moral niemals diskutieren könnten. Als wir das durcharbeiteten, schien es sehr, sehr klar, dass der Relativismus ein falscher Weg war, die Moral anzusehen und es muss daher wahr sein, dass eine Form von Absolutismus existieren muss. Wenn wir auch nur eine moralische Absolutheit identifizieren können – zum Beispiel keine kleinen Kinder zu quälen – öffnet das eine total neue Welt für uns. Das war der Punkt, den ich dem Mann erklärte.

Ich fragte ihn: „Denken Sie, dass die Moral relativ oder absolut ist?“ Er sagte: „Sie haben zwei verschiedene Extreme erwähnt. Sie haben den Relativismus zum einen und den Absolutismus zum anderen erwähnt, ich bin irgendwo in der Mitte.“ Ich sagte: „Eigentlich ist es überhaupt nicht extrem. Es sind bloss zwei verschiedene Optionen. Es gibt keine anderen Optionen. Wenn man glaubt, dass einige Dinge persönlich und einige Dinge absolut sind, dann stellt das einen in eine absolutistische Weltansicht. Zumindest hat man einige absolute Wahrheiten.“

Er sagte: „Ja, ich glaube, dass einige Dinge falsch sind. Es wäre falsch für mich, hier eine Waffe hervor zu nehmen und meinen Freund neben mir zu töten. Und für jeden anderen in der gleichen Situation wäre es auch falsch.“

„Gut“, sagte ich, „wir haben Ihre Zustimmung, dass es nachvollziehbar erscheint, dass gewisse absolute Regeln ausserhalb unserer Meinung bestehen. Es gibt moralische Absolutheiten. Nicht wahr?“ Das weckt verschiedene andere Fragen.

Wenn er glaubt - und er hat einen guten Grund zu glauben, denke ich - dass es moralische Absolutheiten gibt, dann bringt ihn das klar weiter im Beantworten seiner Frage. Er glaubt wirklich viel mehr als er denkt.

Wie kommt das?
Er denkt, dass gewisse moralische Absolutheiten existieren. Obwohl es einige moralische Angelegenheiten geben mag, die individuell sind, gibt es einige, die es nicht sind. Nicht wahr?

Wenn eine absolute Moral existiert, ist es fair, die Frage zu stellen, was es ist. Es ist nichts Physisches. Etwas Moralisches ist nicht physisch. Es dehnt sich nicht im Raum aus, es wiegt nichts, es hat keine physischen Qualitäten noch Charakteristiken. Es ist etwas Nicht-Physisches, das wirklich existiert. Es ist etwas Immaterielles, etwas, wovon man weiss, dass es existiert, aber das wir mit keinem unserer fünf Sinne erkennen können.

Was wir hier anerkennen, ist etwas sehr Grosses. Ich denke nicht, dass er realisierte, wie gross es ist, insbesondere betreffend seine Frage. Er sagte, dass er zuversichtlich sei - er hat eine verständliche Sicherheit – dass irgendwo etwas existiert, das er nicht sehen, fühlen, berühren, riechen, schmecken oder hören kann. Er glaubt, dass etwas existiert, das er empirisch nicht belegen kann.
Das stimmt für viele Leute, die die Idee von Gott verleugnen, weil sie Ihn nicht mit ihren Sinnen erkennen können. Er springt nicht gleich vor ihnen auf, aber dennoch glauben sie an viele Dinge, die sie nicht so testen können. Sie sind für sie auf diese Weise offensichtlich. Aber nur weil man sie nicht mit den fünf Sinnen erkennen kann, heisst das nicht, dass es unverständlich ist, an ihre Existenz zu glauben. In anderen Worten, es gibt andere Wege, diese Dinge zu erfahren, als über die fünf Sinne. Und wenn man glaubt, dass es falsch ist, zum Beispiel kleine Kinder zu quälen, und glaubt, dass diese Regel auf alle anwendbar ist, dass es also eine absolute Moral ist, dann hat man bereits den Glauben an etwas Immaterielles, nicht über die fünf Sinne Erkennbares, bestätigt. Man hat aber einen anderen Zugang dazu. Was für ein Zugang das ist, werden wir noch nicht gerade besprechen. Ich denke, dass es ein Sinn von moralischer Intuition ist, der hier eine Rolle spielt. […] Wenn man sagt, dass etwas wie eine absolute Moral existiert, dann man eine Zustimmung zu etwas gemacht, das tiefgründige Auswirkungen auf viele andere Glaubenssätze hat. In anderen Worten, eine ganze Reihe von anderen Glaubensgrundlagen werden in dieser Aussage zusammengefasst.

Zum Beispiel wenn man sagt, dass eine absolute moralische Regel existiert, dann sagt man, dass immaterielle Dinge bestimmt existieren. Das widerlegt den Materialismus. Anstatt dessen ist es sinnvoll, an Dinge zu glauben, die man nicht sehen und mit den fünf Sinnen erfahren kann. Ein strikter Empirismus wäre also auch falsch.

Das ist nur ein grosser Schritt, denn im Fall dieses Mannes gab es ein Argument gegen Gott, nämlich, dass Er sich ihm nicht offenbart hätte. Aber schon aus seinem eigenen Bekenntnis kann man schliessen, dass es vernünftig ist, an etwas zu glauben, das man nicht sehen kann. In anderen Worten, es gibt andere Wege, den Menschen Sachen zu „zeigen“; gewisse Wege, die nicht über die fünf Sinne führen.

Wir haben noch eine andere Frage, über die wir uns unterhielten. Sagen wir, dass diese moralische Regel irgendwo hier draussen existiert: woher kommt sie dann? Man kann versucht werden zu sagen: „Wie kann ich das wissen?“ aber in Tat und Wahrheit sind die Möglichkeiten beschränkt.

Stell dir vor, du stehst auf am Morgen und siehst einen Geburtstagskuchen auf deinem Küchentisch, es ist gerade dein Geburtstag. Was denkst du dann? Fragst du dich: „Woher kommt wohl dieser Kuchen?“ Es gibt ein paar Möglichkeiten, theoretisch. Er hätte sich einfach aus dem Nichts auf deinem Küchentisch formen können. Er hätte einfach so an deinem Geburtstag entstehen können. Ich denke, das wäre eine theoretische Möglichkeit. Oder vielleicht wehte ein starker, warmer Wind durch die Küche deines Nachbarn, so dass ein paar Zutaten zufälligerweise zu einem Kuchen zusammengefügt wurden, der dann auf deinem Küchentisch landete. Die Tatsache, dass es gerade an deinem Geburtstag geschah, ist reiner Zufall. Ich denke, das wäre auch „möglich.“ Der Kuchen hätte aus dem Nichts entstehen oder sich per Zufall zusammenfügen können. Oder die Alternative wäre, dass eine Person den Kuchen gebacken und ihn in der Nacht auf deinen Tisch gestellt hat. Das ist der Trick. Wenn wir begrenzte Möglichkeiten haben, dann hat man nicht mehr die Freiheit, irgendetwas zu glauben. Wenn du die Idee ablehnst, dass jemand den Kuchen für dich gebacken hat, dann musst du wohl annehmen, dass sich der Kuchen entweder selbst geformt hat oder durch Zufall gebacken worden ist. Wenn du die eine Option ablehnst, nimmst du eine Alternative an, wenn alle Optionen bekannt sind.

Leuchtet das ein? Wenn du nur eine begrenzte Auswahl hast und dann eine Wahl ablehnst, musst du eine der verbleibenden Optionen wählen. Die Frage ist, welche Option am meisten Sinn macht. Denk einen Moment über die moralische Absolutheit nach. Woher kommt sie? Es ist das gleiche wie der Kuchen. Nun, ich schätze, auch sie könnte aus dem Nichts entstanden sein. Sie könnte aus dem Nichts kommen, aber dann fragt man sich: wie kommt es, dass sie einen moralischen Einfluss auf mich ausübt? Wir sagen, dass eine moralische Regel einen moralischen Einfluss hat. Vielleicht ist sie per Zufall aus den immateriellen Dingen entstanden, die gerade dort herumflogen, wo die moralischen Dinge sich befinden. Wenn das so wäre, müsste man immer noch die Frage beantworten, wie es kommt, dass eine zufällige Sache einen moralischen Einfluss hat. Oder die dritte Option ist, dass Jemand, der in der immateriellen Welt lebt, dieses moralische Gesetz gemacht hat. Nun, das sind deine Optionen. Ich weiss nicht, wie viele an dere Optionen es gibt, aber es scheint mir, dass es nicht mehr als diese drei gibt.

Wenn es keinen Sinn macht, dass die moralischen Dinge aus dem Nichts entstanden sind; und wenn es auch keinen Sinn macht, dass sie sich selbst zusammengefügt hat; wenn es scheint, dass die Moral existiert und einen moralischen Einfluss auf unser Verhalten hat, dann scheint für mich die vernünftigste Option, dass Jemand diese Moral erschaffen hat und dass diese Regel eine Regel von Ihm ist, nicht bloss ein körperloses Prinzip. Wenn man die moralische Regel bricht, dann verletzt man die Person, die die Regel gemacht hat.

Wie du siehst, hast du nicht die Freiheit, in dieser Angelegenheit neutral zu sein. Du musst etwas glauben. Wenn du dich weigerst zu glauben, dass Gott die moralischen Gesetze gemacht hat, aber zugibst, dass sie existieren, dann wählst du eine der anderen zwei Alternativen. Und wenn du sagst, dass sie einfach so entstanden sind oder dass sie sich per Zufall zusammengefügt haben, dann hast du neue Probleme zu lösen. In anderen Worten, ich halte diese Alternativen nicht für tragbar.

„Aber das beweist nicht, dass der christliche Gott der wahre Gott ist.“

Richtig. Das ist ein anderer Schritt, den wir ein anderes Mal gehen müssen. Aber etwas wie das christliche Prinzip von Gott muss wahr sein, damit die Moral richtig sein kann. Der Hinduismus zum Beispiel geht einfach nicht in sich auf, da der Hinduismus keine absolute Unterscheidung zwischen Gut und Böse kennt. Die Moral, über die wir gesprochen haben, passt nicht in die Weltanschauung der Hindu, sondern in eine theistische christliche Weltanschauung. Wenn die absolute Moral wahr ist, dann kann der Hinduismus nicht wahr sein. Der Atheismus ist falsch. Der Agnostizismus ist unbrauchbar. Siehst du, was für eine grosse philosophische Erkenntnis uns die einfache Beobachtung der Existenz einer moralischen Regel gibt? Sie bringt uns viel weiter als wir im ersten Moment gedacht hätten.

Es gibt einen Abschluss, das ist die direkte Antwort auf diese Frage. Ich schlage vor, dass wir zuerst auf das schauen, was die offensichtliche Existenz der moralischen Absolutheit zu sein scheint und dann sehen, wohin uns diese Beobachtung führt. Sie scheint uns zur Existenz eines Gottes zu führen, der diese moralischen Regeln macht, da moralische Regeln geschaffene Dinge sind, die nicht von selbst entstehen. Und es scheint, dass eine gute Erklärung für ihre Existenz ist, dass ein Gott mit einem moralischen Charakter eine Reihe von moralischen Regeln gemach hat, die Seinen Charakter ausdrücken und dann zu einer Absolutheit werden, die über uns steht. Es gibt noch viel mehr, worüber wir sprechen könnten.

Lasst uns zwei Arten von Glauben unterscheiden: man kann glauben oder man kann an etwas glauben. „Ich kann dir nur helfen zu glauben, dass Gott existiert und dass das Christentum vernünftig ist. Ich kann dir nicht helfen, an Jesus Christus zu glauben, das bedeutet deine eigenen Bemühungen, dich Ihm zu unterwerfen. Ich möchte, dass du über das nachdenkst, was ich heute erzählt habe, da ich denke, dass es dir auf eine klare Art tiefgründige Auswirkungen auf deine Fragen und Sorgen, ob Gott sich dir gezeigt hat, gibt. Ich möchte dir den folgenden Gedanken mitgeben. Ob du an Gott und Jesus Christus glauben willst, liegt an dir. Aber ab jetzt kannst du nicht mehr sagen: „Ich kann nicht an Gott glauben, da Er sich mir nicht offenbart hat.“ Er hat sich klar offenbart: Er hat sich kristallklar gezeigt. Die Optionen sind offensichtlich. Es gibt wenige, doch die sind offensichtlich. Wenn der Relativismus nicht tragbar ist, dann muss eine Form des Absolutismus wahr sein. Wenn absolute Regeln existieren, argu mentiert das kräftig für die Existenz eines absoluten Schöpfers, der diese Regeln gemacht hat, die wir anwenden müssen und für welche wir zu Rechenschaft gezogen werden. Es ist so einfach.“

„Es wäre nicht klarer, wenn Gott selbst vor dir erschiene und dir auf die Schulter klopfte. Denn auch wenn das passierte, müsstest du dir immer noch einige Fragen stellen. Ist das der wahre Gott? Ist das eine Halluzination? Habe ich etwas Seltsames gegessen? Versucht ein Dämon, mich auszutricksen?“

Ehrlich gesagt, die Optionen, denen wir gegenüberstehen, sind klarer als etwas, das vor einem erscheint und behauptet, Gott zu sein. Es ist viel härter zwischen dem wahren Gott und einer Halluzination oder einem Dämonen zu unterscheiden. Es ist viel leichter zu entscheiden, ob Absolutheiten wirklich existieren und woher sie kommen. Es ist viel klarer und viel leichter zu entscheiden. Und ich ermutige dich, darüber nachzudenken. Es lohnt sich, über die Existenz Gottes nachzudenken, was viele andere bereits vor mir getan haben.

 

B. Ethik: Pflücken oder wählen? (Ray Cotton)


Wie man das Richtige vom Falschen unterscheidet

Nach vier Studienjahren an der Harvard Universität verkündete ein Student an seiner Promotion, dass es einen zentrale Gedanken gab, ein Gefühl, das sie sich alle während ihrer Harvardkarriere angeeignet hatten, in einem Wort: Verwirrung.

Im gleichen Jahr sagte der Sprecher der promovierenden Harvard-Studenten: „Man sagt uns, dass es eine Irrlehre sei, die Überlegenheit von Werten anzunehmen, dass es eine Phantasie sei, an eine Moral zu glauben; Sklaverei, sich etwas anderem als dem eigenen Urteil zu unterwerfen. Die Freiheit von heute ist die Freiheit, uns den Werten hinzugeben, die wir wollen, unter der einen Bedingung, dass wir nicht glauben, dass sie wahr sein sollten.“

Unsere Universitäten lehren die Studenten, dass es keine soliden Richtlinien für das Leben gibt. Da alles relativ ist, sind sie total frei in der Lebensgestaltung. Den Studenten wird gesagt, dass niemand das Recht habe, ihnen zu sagen, wie sie leben sollten. Entscheidungen über richtig und falsch hängen strikt von ihnen selbst ab. Es macht keinen Unterschied, was sie wählen, um ihr Leben zu bestreiten. Die Studenten werden nicht ermutigt, die traditionellen Fragen über die Nützlichkeit des Lebens oder den Wert eines vorbildlichen Lebens zu stellen. So wie die oben genannten Studenten hervorhoben, will man nicht einmal, dass man die eigenen Ansichten über das Leben ernst nimmt. Es ist eine Philosophie der Ambiguität. Es ist die Philosophie des humanistischen Existentalismus. Viele streben danach, sich von den traditionellen Werten zu lösen und lieben eine Art Vergänglichkeit. Heute sehen wir es in den Leben der Teenager, die alles ausprobiert haben. Wir sehen es im Lifestyle der „Survivalists“, die die Hoffnung an Gott und die Zukunft aufgegeben haben, und sich auf die kommende Katastrophe vorbereiten.

Nach Jean-Paul Sartre, einem der Väter des humanistischen Existentialismus, ist die Welt absurd und kennt nicht im Geringsten das Konzept des letzten Gerichts. Sartre sagt, dass wir keinen Zweck oder Plan für unser Leben haben. Wir sind nichts und können deshalb das werden, was wir sein wollen. Es spielt keine Rolle, ob man an die eigenen Verkündigungen glaube, da es nicht mehr einen Grund für die Existenz als für die Nichtexistenz gibt. Beides ist dasselbe. Der Existentialist sagt, dass man die Werte pflücken und wählen kann. Es macht keinen Unterschied. Es gibt keine übergeordnete Wahrheit oder Kraft über dem Menschen. Sartre glaubt an keinen Gott und auch nicht an ein vorgefasstes Design. Es gibt kein Prinzip und keine Autorität, die die Handlung bestimmen soll. Er sagte, dass man eine originelle Lösung für jede Situation erfinden soll. Deswegen schafft sich der Mensch in seiner Freiheit seine eigenen Werte. Die Moral basiert auf der menschlichen Wahl. Der Mensch allein gibt seinem Leben seinen Wert. Die Menschheit muss irgendwie durch ein Leben von Absurdität und Verzweiflung hindurch.

Ist diese menschlich geschaffene Realität wahr oder versuchen diejenigen, die glauben, in einer Traumwelt zu leben? Will der Existentialist verzweifelt die wahre Absurdität und Verzweiflung seiner Position verfälschen? Wollen wir, dass unsere Studenten diese Weltansicht lernen?

Das Fundament des Existentialismus

Vor den zwei Weltkriegen glaubte der moderne Mensch, dass sich durch die Wissenschaft und die menschliche Technik eine bessere Welt entwickle. Man glaubte, dass sich die Menschheit verbesserte, dass Frieden und Wohlstand herrschen würde. Man war davon überzeugt, dass man endlich herausgefunden hatte, wie man zusammen in Harmonie leben und eine bessere Welt schaffen könnte.

Dann kam der brutale Ausbruch zweier Weltkriege und die abscheulichen Verbrechen gegen die Menschen durch Hitlers drittes Reich. Durch die fortwährende Frustration und Zerstörung des zweiten Weltkrieges kam eine neue Lebensphilosophie auf. Es war eine Philosophie derjenigen, die die Hoffnung verloren hatten, die nur das Chaos sehen konnten. Sie verloren ihre Hoffnung an den letztendlichen Sinn des Lebens. Sie konnten nicht über das Gemetzel des vom Krieg zerstörten Europa hinausblicken. Ihre Sicht des Lebens nannte man den menschlichen Existentialismus.

Leute wie Jean-Paul Sartre und Albert Camus versuchten, eine neue Lebenssicht aufzubauen, einen „neuen Humanismus“, mit einer neuen Reihe von Werten. Vor diesen Leuten half die Notwendigkeit einer übermenschlichen Kraft, einer höheren Autorität, Limiten zu setzen und gab Richtlinien im Leben. Ein Beispiel dieser Autorität waren die Zehn Gebote, die Gott dem Menschen gegeben hatte. Diese neuen Philosophen definierten die Überlegenheit auf eine komplett neue Weise. Sie sahen die Überlegenheit nur in ihren eigenen Ambitionen und Zielen. Für die Existentialisten war die Überlegenheit eine Ausflucht vor dem, was sie als Sinnlosigkeit des Lebens betrachteten. Sie setzten Ambitionen und Ziele für was sie aus sich machen wollten, um ihre eigene Realität zu erschaffen. Für sie gab es keine anderen Normen und Standards als die, die sie selbst wählten.

Für diese existentialistischen Denker waren alle menschlichen Aktivitäten gleichwertig, ob jemand sich betrank oder ein Leiter einer Nation war. Aber ohne Gott kann es keine überlegene Sicht der menschlichen Natur geben, da es keinen Gott gibt, der etwas mit ihr zu tun hat. Der Mensch ist bloss ein entwickeltes Tier. Heute sehen wir viele junge Menschen, die von dieser Haltung des Zynismus und der Verzweiflung gefasst worden sind. Ihnen ist alles gleichgültig. Das Leben ist abgestumpft worden. Viele Junge verbringen ihre Zeit in eine Phantasiewelt von Drogen, Musik und Sex.

Die menschliche Nichtigkeit ist das Fundament des existentiellen Denkens. Der Mensch ist eine leere Blase, die auf einem Meer der Nichtigkeit treibt.

Eine Lebensethik zu bilden, die auf der Philosophie des Existentialismus aufbaut, ist eine grosse Herausforderung. Die Existentialisten müssen nicht nur ein Wertesystem aufbauen, nach dem sie leben, sondern vor allem müssen sie aus einer Sicht der Absurdität und Verzweiflung Optimismus aufbauen. Man nennt sie eine Ethik der Ambiguität, weil niemand jemand anders hat als sich selbst, der ihm antwortet. Es gibt niemand andern zu beschuldigen, jeder einzelne bleibt ohne Entschuldigung. Das Leben ist bloss ein Spiel, das es zu gewinnen oder zu verlieren gilt und in welchem man sein eigener Held sein will.

Der Existentialist will frei sein und will in dem Fall auch moralisch sein.

Der Existentialismus kollidiert mit der biblischen Weltansicht

Wir leben in einer Welt, die als „Plastik“ charakterisiert worden ist, ohne Werte, völlig steril. Viele haben vergessen, was es heisst zu leben, was es heisst, völlig Mensch zu sein. man verbringt Stunden vor dem Fernseher, in einer Welt der Phantasie und der Ausflucht. Viele Leute bleiben menschlicher Wärme und bedeutender Zwischenmenschlichkeit fern.

In diesem Essay habe ich die Ethik des humanistischen Existentialismus untersucht. Um die Ethik völlig zu verstehen, muss man sich vollkommen darüber klar sein, was es heisst, ein Mensch zu sein. Ist der Mensch ein entwickeltes Tier, das seinen eigenen Zweck erschaffen muss, so wie es der Existentialist sagt? Obwohl wir die Freiheit haben, unsere eigenen Taten zu wählen, gibt es keine Bedeutung unserer Handlung. Die Wahlen werden in Anbetracht der Sinnlosigkeit getroffen. Die Werte des Existentialismus sind in der Welt der gewöhnlichen Erfahrungen verankert. Ihre Werte stammen von dem, was ist. Und das ist für den Existentialist die absurde Bedingung des Menschen.

Wie kann man den Existentialismus mit einer Gott-zentrierten, göttlichen Sicht der Ethik vergleichen? Für den Christen werden die ethischen Werte dem Menschen von Gott offenbart. Die vollkommene Freiheit liegt nur im Dienst an Gott. Der Existentialist definiert Gott als „selbst-erschaffen“ und sagt dann, dass es keinen Gott gibt, weil es unmöglich ist, „selbst-erschaffen“ zu sein. Der Christ sagt, dass Gott nicht erschaffen ist, nicht selbst-erschaffen. Wenn man absolute Freiheit will, ist es zu leicht, Gott als nichtexistent zu erachten. Sogar Sartre gibt zu: „Da wir die Gebote Gottes bezüglich die Werte, die ewig sein sollen, ignorieren, bleibt nichts als das, was strikt willentlich ist.“ Sartre wirft alle Limitierungen ab und deklariert seinen Atheismus, was er in seiner Autobiographie erklärt.

Ich spielte mit den Streichhölzern und verbrannt einen kleinen Teppich. Ich war dabei, mein Verbrechen zu bedecken, als mich Gott plötzlich sah. Ich fühlte Seinen Blick in meinem Kopf und auf meinen Händen … ich entbrannte in einen Zorn gegenüber einer so harten Indiskretion, ich lästerte Gott …. Er sah mich nie wieder an… ich hatte mehr Schwierigkeiten, Ihn (den Heiligen Geist) loszuwerden, als dass Er sich hinter meinen Kopf gestellt hätte … Ich schleuderte den Heiligen Geist gegen die Decke und warf Ihn ab.

Aldous Huxley, ein anderer berühmter Existentialist, sagte: „Für mich, wie zweifellos für die meisten meiner Zeitgenossen, war die Philosophie der Sinnlosigkeit grundlegend ein Instrument der Befreiung. Die Befreiung, die wir uns wünschten, war … die Befreiung von einem gewissen moralischen System. Wir stellten uns gegen die Moral, da wir mit unserer sexuellen Freiheit dagegen waren.“

Die Wahrheit der Worte Huxleys schallt laut und deutlich. Überall um uns herum finden wir Menschen, die die Wahrheit von Gottes Wort ablehnen und falsche Lehren annehmen, die ihnen erlauben, ihren Leidenschaften und Unmoral freien Lauf zu lassen. Satan liebt es, dass wir entmutigt und verzweifelt werden, zeigt uns dann falsche Wege, die auf unsere alte fleischliche Natur abzielt, die uns erlaubt, das zu tun, was wir wollen.

Die Bibel sagt, dass wir entweder Sklaven der Sünde oder Gottes sind. Wir dienen dem einen oder dem anderen. Unsere einzige Wahl ist es zu entscheiden, wem oder was wir dienen wollen, dem Gott des Geistes oder der Götze des Fleisches. Es ist unsere Wahl.

Die Ablehnung der biblischen Wahrheit führt schliesslich zur Verzweiflung

Wie geriet die moderne Philosophie in einen scheinbar so absurden Zustand? Im späten neunzehnten Jahrhundert griffen gewisse Gelehrte die Bibel und den christlichen Glauben an. Diese „höhere Kritik“ wurde von Menschen gefördert, die sich der Zerstörung des orthodoxen Christentums gewidmet hatten. In ihrem Verständnis war die Bibel nichts Weiteres als ein Roman, ein fiktives Buch, das einige gute moralische Lektionen gab. Diese Bewegung war das geistige Vermächtnis der Aufklärung, die die Forderungen der Religion aus dem Gebiet des Verstands ausschliesst. Das natürliche Gesetz, das allein auf der menschlichen Vernunft basiert, ersetzte langsam das biblische Gesetz. Der christliche Glaube wurde von der historischen Realität getrennt. Der Fokus aller Studien wurde von Gott auf den Menschen verändert.

Das wahre Motiv der höheren Kritik an der Bibel war rein ethisch. Männer und Frauen mögen es nicht, Gott gegenüber gehorsam zu sein, deswegen verleugneten sie die historische Gültigkeit der Bibel. Diese Verleugnung basierte auf einem evolutionären Modell der menschlichen Moral und Geschichte. Sie wollten die Ethik vom Glauben trennen, um sich selbst von Gottes letztem Gericht zu befreien.

Kierkegaard, ein Philosoph des 19. Jahrhunderts, wird als der Vater des Existentialismus angesehen. Er griff diese Idee der Trennung des Glaubens und der Vernunft auf und sagte, dass wir Gott nicht rationell kennen könnten. deswegen wollte er Gott durch einen so genannten irrationellen Glaubenssprung erreichen. Da es nicht rationell, aber wohl nötig war, an Gott zu glauben, musste man irrationell glauben. Sartre und Camus gingen einfach einen Schritt weiter, als sie sagten, dass der Glaube an Gott nicht nur irrationell, sondern unnötig war.

Deswegen begann der moderne Mensch den Weg eines sinnlosen Lebens, als er in Frage stellte, ob der Mensch Gott kennen könnte. In der Tat, wenn der Mensch sogar Gottes Fähigkeit, mit dem Menschen zu kommunizieren, in Frage stellt, taucht für den Existentialisten folgende Frage auf: „Wenn Gott tot ist, ist der Mensch nicht auch tot?“ Dieser existentielle Tod des Menschen führte zu Apathie, Absurdität und Ambiguität. Der Philosoph Bertrand Russell drückte es am besten aus, als er sagte:

Was sonst soll das Leben tolerabel machen? Wir stehen am Rande eines Ozeans, schreien zur Nacht und zur Leere. Manchmal kommt die Stimme eines Ertrinkenden, manchmal die Stille zurück. Die Welt erscheint mir ziemlich erbärmlich, das Unglück vieler Menschen ist sehr gross und ich frage mich oft, wie sie das alle durchstehen können. Gewöhnlich ist es das Zentrale, worum sie ihr Leben aufbauen und ich denke, dass wenn sie nicht den grössten Teil ihres Lebens in den Dingen des Moments verbrächten, hätten sie nicht weitergehen können.

Die Ablehnung von Gottes Gnade erschafft eine hoffnungslos verzweifelte Welt. Der Existentialismus lässt den Mensch hoffnungslos. Im Gegensatz dazu hat der Christ die Hoffnung auf das ewige Leben, begründet auf dem Glauben an einen lebendigen, persönlichen Gott, den er persönlich mit ganzer Seele, Geist und Körper erfahren kann.

Können die Menschen ein existentielles Leben führen?

Wie viele von unseren Bekannten zeigen durch ihr Lebe, dass sie glauben, dass es eine bedeutende ethische Folge in ihren Entscheidungen und Aktivitäten gibt? Kennt ihr Leute, die in Selbstbeschäftigung gefangen sind und nur das tun, was ihnen das sofortige Vergnügen gibt? Füllen sie ihr Leben mit Filmen, TV, Sport und anderen Beschäftigungen, die sie davon fernhalten, sich mit der ethischen Realität ihres Lebensstils auseinander zu setzen?

In diesem Essay habe ich die Ethik des humanistischen Existentialismus erläutert, eine Ethik der Freiheit mit Ambiguität. Es ist eine Ethik, die sagt, dass der Mensch nichts anderes ist, als was er oder sie entscheidet zu sein und was er oder sie für wichtig hält.

Es tönt absurd und ist es auch, aber leider ist es die Ethik, die oft an den Universitäten gelehrt wird. Ein Philosophieprofessor an einer der grössten Universitäten in Texas informiert seine Klassen stolz darüber, dass er Atheist ist und dass sein Ziel ist zu zeigen, dass man ohne den Glauben an Gott ein Ethiksystem aufbauen kann. Natürlich hat er Recht. Man kann eine Reihe von relativ ethischen Standards aufbauen, aber es ist eine Ethik, die auf Sand gebaut wird. Eine Ethik der Ambiguität gibt diesen Studenten niemals die Unterstützung, die sie in der harten Welt der Realität brauchen. Haben Jean-Paul Sartre und Albert Camus, die führenden Schriftsteller der existentiellen Theorie, ihre Positionen bis zum Ende behalten?

Offensichtlich nicht. In einem Dialog von 1980 kam Sartre, als er sich dem Tode nahte, nahe an den Glauben an Gott, vielleicht sogar mehr als nahe. Er machte eine Aussage darüber, die möglicherweise zeigt, dass er die Gnade Gottes angenommen hat. Er sagte:

Ich fühle nicht, dass ich das Produkt des Zufalls bin, ein Stück Staub im Universum, sondern jemand, der erwartet, vorbereitet und geformt worden ist. Kurz gesagt, ein Wesen, das nur ein Schöpfer hierhin gesetzt haben konnte; und diese Idee der schöpfenden Hand bezieht sich auf Gott.

In diesem einen Satz schein Sartre sein ganzes Glaubenssystem zu verwerfen, sein ganzes dem Existentialismus geweihtes Leben. Das bedeutet eine Verdammung des humanistischen Existentialismus von Sartre selbst.

Was geschah mit Albert Camus? Nach Rev. John Warwick Montgomery, einem international anerkannten Lutheranischen Minister und Autor, gab es einen pensionierten Pastor der American Church of Paris, der ihm erzählte, dass Albert Camus im Monat seines tragischen Todes hätte getauft werden sollen und dass Camus den Bankrott seines humanistischen Existentialismus gesehen hätte.

Das alles ist Information aus zweiter Hand, aber es gibt einen Überblick auf die Ethik des existentiellen Humanismus. Entweder führen wir ein Leben der Hoffnung oder der Verzweiflung. Egal was für Behauptungen wir machen, der existentielle Humanismus lässt keinen Platz für Hoffnung. Simone de Beauvoir, die Frau von Sartre und ebenfalls eine existentielle Schreiberin, kam der echten Wahrheit am nächsten von all diesen Schriftstellern, als sie sagte, dass es vernünftig wäre, einen einzigen unschuldigen Mann zu opfern, so dass andere leben könnten. Das ist das Fundament, auf dem das ganze Evangelium des Christentums aufbaut: Jesus Christus, der unschuldige Sohn Gottes, starb, so dass alle Menschen gerettet werden könnten. in der Zwischenzeit steht der Existentialist alleine mit der Hoffnung auf sich selbst da. Er ist alleine in einer Welt ohne Christus, anstatt in der Erkenntnis von der Liebe und der Sühne Christi sicher zu sein. Ehre sei Gott, dass Er hier ist und dass Er nicht ruhig ist.

Literaturverzeichnis:

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