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Was sind Apologetiken?


Apologetik ist ein Studienfeld, das sich der akademischen Verteidigung des Christentums widmet. Eine Apologie ist eine logische Verteidigung einer gesetzlichen Position; eine Apologetik ist somit die logische Verteidung eines Aspekts oder vieler Aspekte des christlichen Glaubens.

Die Apologetik wird oft unter dem Bereich der Evangelisation eingestuft, da Christen manchmal apologetische Argumente benutzen, um ihren Glauben auf intellektuelle Art und Weise in Situationen des Bezeugens verteidigen können. Unter den unzähligen Themen, die von apologetischer Literatur abgedeckt werden, gibt es: die Prädestination, die Erlösung durch Glauben; die Auferstehung von Jesus Christus; der Sinn der Schöpfung. ACM internatinal ermutigt die Mitglieder, ihren Glauben und das intellektuelle Leben durch apologetische Studien einzubinden.

Generelle Information

Apologetik ist der Zweig der Theologie, der sich mit der intellektuellen Verteigung der christlichen Wahrheit beschäftigt. Das griechische Wort apologia bedeutet „Verteidigung“ und war ursprünglich definiert die Antwort eines Verteigers in der Strafverfolgung in einem Gerichtshof. Der Titel des Apologists wurde ursprünglich auf eine Reihe von frühen christlichen Schreibern angewandt, die in den ersten paar Jahrhunderten ihre „Apologien“ dem römischen Kaiser oder dem gebildeten Publikum vorlegten. Diese Schreiber versuchten zu zeigen, dass das Christentum sowohl philosophisch als auch moralisch höher als das Heidentum (die Verehrung der Natur) ist. Diese frühen Apologisten schliessen Aristides, Athenagoras, Martyer St Justin, Minucius Felix, Tatian und Tertullian ein.

Geschichte

Zu späteren Zeiten wurden die Apologisten am meisten auffällig, als der christliche Glaube angegriffen wurde. Zum Beispiel schrieb Sankt Augustin in seiner Stadt Gottes (413 – 426) teilweise als Antwort auf die Beschuldigung, dass das Disaster Rom befallen habe, weil die heidnischen Götter zu Gunsten des Glaubens an den christlichen Gott abgeschafft worden waren. In ähnlicher Weise schrieb der italienische Theologe Sankt Thomas Aquinas im 13. Jahrhundert seine Summa contra gentiles (1261-1264; über die Wahrheit des katholischen Glaubens, 1956) als eine Verteigung gegen die Theorien, die vom griechischen Philosophen

Aristoteles vorgelegt und von muslimischen Philosophen dem Westen neu vorgestellt wurden. Während der Zeit, in der das Christentum durch den Staat unterstützt wurde und Unglaube als ein Verbrechen galt, so wie es in Europa vom hohen Mittalalter bis zum Ende des 17. Jahrhunderts der Fall war, herrschte wenig Bedürfnis nach apologetischem Werk. Während dieser Zeit wurde der Begriff Apologie normalerweise in einem zweiten Sinne genutzt. Die Apologetik war nicht so sehr eine Verteidigung gegen Nicht-Christen, als dass sie eine Verteidigung gegen rivalische christliche Interpretationen war. Beispiele dafür sind die Apologie des deutschen Theologen Melanchthon vom 16. Jahrhundert für die die Augsburger Konfession (1531) und die apologetischen Werke von St Robert Bellarmine, der gegen was er als protestantische Ketzer bezeichnete, schrieb.

Mit dem Abbruch der traditionellen christlichen Weltanschauung im 18. Jahrhundert (siehe die Zeit der Aufklärung), wurde die Not nach Verteidigung des christlichen Glaubens gegen den Trend der Logik und des Rationalismus dringend und eine grosse Zahl apologetischer Werke erschienen. Von diesen Werken, unter denen die Einflussreichsten die Analogie der Religion von Joseph Butler (1736) und „Evidences of Christianity“ (1794) vom englischen Theologen William Paley waren. Durch das 19. Jahhundert hindurch bis heute wurden die apologetischen Werke fortgesetzt.

Jüngste Gedankensschulen

Viele der jüngsten Apologisten wollen zeigen, dass der christliche Glaube nicht im Gegensatz zur modernen Wissenschaft und Philosophie steht. Sie argumentieren, dass dieses wahre Verständnis der Entwicklung des modernen Denkens, sowie als der weitere Fortschritt davon, von christlichen Erkenntnissen abhängig ist. Die heutigen theologischen Schriften haben oft einen apologetischen Oberton, weil sich christliche Theologen normalerweise der Herausforderungen bewusst werden, die von der gegenwärtigen Wissenschaft, Psychologie, Soziologie und Philosophie vorgelegt werden. Eine neuere Schule von Theologen, geführt durch den Schweizer Protestanten Karl Barth, behauptet, dass die Apologetik nicht das korrekte Business des Theologen ist. Diese Schule behauptet, dass die Apologetik anhaltend defensiv ist und somit den Ungläubigen zu erlauben scheint, die Agenda in einen Dialog über christliche Überzeugungen zu setzen. Diese Philosophen argumentieren, dass die beste Apologetik bloss eine klare Aussage über den Glauben ist.

Weitere Information

Das Wort Apologetik stammt von der griechischen Wurzel mit der Bedeutung „verteidigen, erwidern, eine Bedeutung geben, eine Antwort geben, sich legal verteidigen“ ab. Zur Zeit des NT war eine Apologia eine formelle gerichtliche Verteigung (2. Tim. 4,16). Als eine Untereinheit der christlichen Theologie ist Apologetik in systematischer, argumentativer Diskurs zur Verteidigung des göttlichen Ursprungs und der Autorität des christlichen Glaubens. Petrus gebot den Christen, bereit zu sein, die Hoffnung, die sie haben, begründen zu können (1. Petrus 3,15). Im weiten Sinne war die Apologetik immer ein Teil der Evangelisation.

Das Christentum ist eine Weltanschauung, die einige sehr präzise Dinge anführt, zum Beispiel dass der Kosmos nicht ewig und selbsterklärend ist, dass ein Schöpfer existiert, dass Er ein Volk auserwählt, sich ihm offenbart und Wunder unter ihm vollbracht hat und dass Er in einem speziellen Juden zu einer bestimmten Zeit in der Geschichte Fleisch geworden ist. Das alles beinhaltet die Apologetik. Der einzige Weg, die Apologetik aus dem Glauben auszulöschen ist, ihre Wahrheitsansprüche fallen zu lassen

Durch die christliche Geschichte hindurch hat die Apologetik verschiedene Formen angenommen. Man könnte sie in zwei breite Klassen unterteilen; die subjektive und die objektive.

Die subjektive Schule

Das beinhaltet solch grosse Denker wie Luther, Pascal, Lessing und Kierkegaard, Brunner und Barth. Sie drücken normalerweise Zweifel aus, dass der Ungläubige „zum Glauben überredet“ werden kann. Sie betonen hingegen die einzigartige persönliche Erfahrung der Gnade, die innere, subjektive Begegnung mit Gott. Solche Denker stehen selten vor menschlicher Weisheit in Ehrfurcht, sondern weisen im Gegenteil die traditionelle Philosophie und klassische Logik ab, indem sie das Translationale und Paradoxe betonen. Sie haben wenig Gebrauch für natürliche Theologie und theistische Beweise, besonders weil sie fühlen, dass die Sünde die Augen des Menschen geblendet hat, so dass sein Verstand nicht richtig funktionieren kann. In der berühmten Metapher von Luther ist der Verstand eine Hure.

Denker der subjektiven Schule haben eine kühne Würdigung des Problems der Verifikation. Lessing sprach für die meisten von ihnen, als er hervorhob, dass „zufällige Wahrheiten der Geschichte niemals der Beweis von notwendigen Wahrheiten des Verstandes werden können.“ Das Problem, von ungewissen (z.B. möglicherweise falschen) Fakten der Geschichte zu einer tiefen inneren religiösen Gewissheit überzugehen, wurde „der Graben von Lessing“ genannt.

Kierkegaard beschwerte sich, dass eine historische Wahrheit nicht mit einer ewigen, leidenschaftlichen Entscheidung zu vergleichen sei. Der Durchgang von der Geschichte zur religiösen Gewissheit ist ein „Sprung“ von einer Dimension in eine andere Realität. Er sagte, dass alle Apologetik lediglich die Absicht hat, das Christentum plausibel zu machen. Aber solche Beweise sind vergeblich, da „etwas zu verteidigen immer bedeutet, es in Verruf zu bringen.“

Für seinen ganzen Anti-intellektualismus aber hatte Kierkegaard immer noch eine Art Apologetik für das Christentum, eine Verteidigung von der Absurdität der christlichen Bestätigung. Die reine Tatsache, dass einige Leute geglaubt haben, dass Gott auf der Erde in der bescheidenen Gestalt eines Menschen erschienen ist, ist so erstaunlich, dass es eine Gelegenheit für andere darstellt, den Glauben zu teilen. Keine andere Bewegung hat jemals behauptet, dass wir die ewige Freude des menschlichen Wesens auf seiner Beziehung mit einem Ereignis, das sich in der Geschichte abgespielt hat, basieren. Kierkegaard fühlt daher, dass so eine Idee „nicht im Herzen eines beliebigen Menschen aufkam.“

Sogar Pascal, der die metaphysischen Beweise für Gott verwarf und den „Grund des Herzens“ vorzog, kam schliesslich mit einer interessanten Verteidigung des christlichen Glaubens auf. In seinen „Pensees“ empfahl er die biblische Religion weil sie eine tiefgründige Sicht der menschlichen Natur habe. Die meisten Religionen und Philosophien bestätigen entweder den törichten Stolz des Menschen oder verdammen ihn zur Verzweiflung. Nur das Christentum errichtet die wahre Grösse des Menschen mit der Lehre von Gottes Ebenbild, während es gleichzeitig mit der Lehre über den Fall die gegenwärtigen bösen Tendenzen verdeutlicht.

Und uns wird gesagt, dass es trotz seinem energischen Nein! Einen apologetischen Schlummer unter den Millionen von Worten in Karl Barths Kirchen Dogmatik gibt

Die objektive Schule

Diese platziert das Problem der Bekräftigung klar in das Gebiet von objektiven Fakten. Sie betont die externen Realitäten, theistischen Beweise, Prophezeiungen, die Bibel und die Person Jesus Christus. Eine entscheidende Unterscheidung existiert aber zwischen zwei Schulen im objetiven Bereich.

Die natürliche Theologieschule

Von allen Gruppen nimmt diese die freudigste Sicht des menschlichen Verstandes ein. Sie beinhaltet Denker wie Thomas Aquinas, Joseph Butler, F.R. Tennant und William Pelye. Hinter all diesen Denkern liegt eine empirische Tradition in der Philosophie, die auf Aristoteles zurückgeführt werden kann. Solche Denker glauben an die Ursünde, aber hinterfragten selten die grundlegende Befähigung des Verstandes in Philosophie. Vielleicht wurde der Verstand durch den Fall geschwächt, aber bestimmt nicht ernsthaft beschädigt.

Aquinas suchte nach einem gemeinsamen Boden zwischen der Philosophie und der Religion, indem er auf Gottes Existenz insistierte. Sie könnte durch den Verstand demonstriert werden, aber wurde auch in den Schriften offenbart. Er stellte drei Visionen des kosmologischen Arguments und das teleologische Argument in seinen Beweisen für Gott dar.

In seiner Analogie der Religion (1736) benutzte Butler den grundlegenden Thomistischen Lösungsversuch, aber setzte ihn durch seine Betonung der Wahrscheinlichkeit ein bisschen hinunter, „der wahre Führer des Lebens“. Er entwickelte folglich eine Epistemologie, die sehr nahe an der pragmatischen Haltung des Wissenschaftlers ist. Butler argumentierte, dass geometrische Klarheit in der moralischen und religiösen Sphäre wenig Platz hat. Wenn eine Person durch die Betonung auf Wahrscheinlichkeit angegriffen wird, soll man sie einfach über die Tatsachte, dass das meiste Leben auf ihr basiert, nachdenken lassen. Der Mensch handelt selten mit absoluten demonstrativen Wahrheiten.

Die Offenbarungsschule

Diese beinhaltet Glaubensgiganten wie Augustine, Calvin, Abraham Kuyper und E.J. Carnell. Diese Denker geben normalerweise zu, dass objektives Beweismaterial (Wunder, Beweise von Gott, Prophezeiungen) im apologetischen Auftrag wichtig sind, aber sie insistieren, dass der nicht wiederhergestellte Mensch nicht durch die blosse Preisgabe der Beweise bekehrt werden kann, weil die Sünde den menschlichen Verstand ernsthaft geschwächt hat. Es braucht einen speziellen Akt des Heiligen Geistes, der erlaubt, dass der Beweis effektiv ist.

Man sollte nicht daraus schliessen, dass die Offenbarungsschule die äusseren Beweise als wertlos bezeichnet. Im Gegenteil, das Werk des Geistes setzt die äusserliche Bibel und den historischen Jesus Christus voraus. Wenn der Glaube weitgehend eine Schöpfung des Heiligen Geistes ist, bleibt es immer noch wahr, dass man keinen Glauben ohne Taten haben kann. Zusammengefasst ist der Heilige Geist der ausreichende Grund des Glaubens, während die Taten ein nötiger Grund des Glaubens sind.

Die Offenbarungsschule leiht somit gültige Einsichten sowohl von der subjektiven als auch der natürlichen Theologieschule. Von der einen entnehmen sie das Misstrauen des nicht wiederhergestellten Verstandes, von der anderen eine richtige Schätzung der Rolle der konkreten Fakten im christlichen Glauben. Wie Luther sagte „vor dem Glauben und der Erkenntnis Gottes ist der Verstand Finsternis, aber in den Gläubigen ist er ein exzellentes Instrument. Genauso wie alle Gaben und Instrumente der natur im gottlosen Menschen böse sind, sind sie gut in den Gläubigen.“

Sonderbarerweise neigen beide objektiven Schulen dazu, den gleichen Körper der Beweise zu benutzen, wenn sie Apologetik betreiben. Sie unterscheiden sich nur in wie und wann die Beweise den Ungläubigen überzeugen. Durch die Jahrhunderte benutzten christliche Apologisten der objektiven Schule eine Vielfalt von Material: 1 Theistische Bewese, ontologische, kosmologische, teleologische und moralische Argumente. 2 Jesaja 9:6, Micha 5:1-3 und Sacharja 9:9-10. 3 Biblische Wunder, Zeichen der Kraft Gottes und das Kommen von Christus. 4 die Person von Christus, die unvergleichbare Persönlichkeit und der Charakter Christi, dargestellt durch seine Liebeserweisungen und sein Interesse an allen Arten von Menschen, insbesondere an den Verstossenen. 5 die Lehren von Christus, die grössten Wunder der ganzen Schrift, der Eckstein des ganzen Gebäudes der Apologetik. 7 die Geschichte des Christentums, der günstige Einfluss des christlichen Glaubens auf die menschliche Rasse.

A. J. Hoover
(Elwell Evangelical Dictionary)

Bibliographie

F. F. Bruce, The Apostolic Defense of the Gospel; A. Dulles, A History of Apologetics; J. H. Newman, Apologia pro Vita Sua; W. Paley, A View of the Evidences of Christianity; B. Pascal, Pensees; B. Ramm, Varieties of Christian Apologetics; J. K. S. Reid, Christian Apologetics; A. R. Vidler, Twentieth Century Defenders of the Faith; O. Zockler, Geschichte der Apologie des Christentums


 

 
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